Zum Inhalt springen
Wirtschaft

Audi lässt Trump Bau eines US-Werks in Georgia verkünden

Audi lässt den Bau eines Werks in Georgia von Donald Trump selbst verkünden. Der US-Präsident kündigte auf einer Wahlkampfveranstaltung an, dass der Hersteller dort 200.000 SUV im Jahr bauen will, danach trat Audi-Chef Gernot Döllner auf die Bühne. Der Auftritt fiel in die Schlussphase des Wahlkampfs vor den Midterm-Wahlen am 3. November.

1 Min. Lesezeit
Modernes Audi-Werk mit Unternehmenslogo, Lkw-Laderampen und US- sowie Georgia-Flaggen vor einer großen Produktionshalle.
Foto: LePost

Trump kündigte das Projekt zunächst vor seinen Anhängern an, bevor Döllner die Investition bestätigte. Der Audi-Chef bedankte sich auf der Bühne für die Unterstützung der US-Regierung. Nach Angaben des Unternehmens sollen mehr als vier Milliarden US-Dollar in den Standort investiert werden. Audi zufolge sollen dadurch rund 4.500 Arbeitsplätze entstehen.

Das Werk soll in Macon im Bundesstaat Georgia entstehen. Nach Angaben von Audi ist der Baubeginn für das kommende Jahr geplant, die Produktion soll Anfang der 2030er Jahre anlaufen. Dort sollen jährlich 200.000 SUV vom Band laufen.

Bislang werden sämtliche Audi-Modelle für den US-Markt aus Europa oder Mexiko importiert. Die Zölle auf eingeführte Fahrzeuge belasten deshalb auch die Volkswagen-Tochter Audi. Trump hatte internationale Autohersteller in den vergangenen Jahren wiederholt dazu aufgefordert, ihre Produktion in die USA zu verlagern.

Bis zu den Midterm-Wahlen sind es weniger als zehn Tage. Am 3. November wird über die Sitze im Repräsentantenhaus und einen Teil der Sitze im Senat abgestimmt. Trumps Republikanische Partei will ihre knappen Mehrheiten in beiden Kammern des Kongresses verteidigen.

Kommentare in deutschen Tageszeitungen fallen deutlich aus. Ein Kommentar nennt Döllners Dank an Trump „politischen Flankenschutz“ im Endspurt des Wahlkampfs. Er bestätige den Präsidenten in einer Wirtschaftspolitik, die auf Drohungen und Zöllen beruhe.

Nach der Schilderung eines weiteren Kommentars lobte Trump Döllner auf der Bühne als „handsome guy“ aus Germany. Ein dritter Kommentar nennt die Investition einen Beweis dafür, dass Trumps Zollpolitik funktioniere. So sehe es der Präsident selbst.

Ihre Reaktion:

Quellen(5)Dieser Beitrag stützt sich auf 5 unabhängige Quellen.
  1. DeutschlandfunkVW-Tochter - Audi lässt Trump im Wahlkampf Bau eines US-Werks verkünden25.10.2026 · 14:30 Uhr · DokumentIn dem Werk sollen jährlich 200.000 SUVs vom Band laufen. Audi zufolge sollen durch die Investition rund 4.500 Arbeitsplätze ⁠entstehen. Der Baubeginn sei für das ⁠kommende Jahr geplant, die Produktion solle Anfang ‌der 2030er Jahre anlaufen. Audi importiert bisher ‌alle Fahrzeuge für den amerikanischen Markt aus Europa oder Mexiko. Die Volkswagen-Tochter wird deshalb von den US-Zöllen stark belastet. Trump hat Autohersteller wiederholt aufgefordert, in den USA zu produzieren.
  2. tagesschau.deAudi kündigt US-Werk an - auf Trumps Wahlkampftour25.10.2026 · 12:14 Uhr · DokumentAudi hat den Bau eines Werks in den USA verkündet - und das mitten auf einer Wahlkampfveranstaltung von Donald Trump. Der US-Präsident versprach bei seiner Rede im Bundesstaat Georgia zunächst seinen Anhängern, dass der Autohersteller dort 200.000 SUV im Jahr bauen will. Anschließend rief er Audi-Chef Gernot Döllner auf die Bühne. Döllner dankte Trump für die Unterstützung. Der Auftritt kommt zu beachtenswerter Zeit: Bis zu den Midterms sind es weniger als zehn Tage. Am 3. November wird über die Sitze im Repräsentantenhaus und einen Teil der Sitze im Senat abgestimmt. Die Republikanische Partei Trumps will ihre hauchdünnen Mehrheiten in den beiden Kammern des US-Kongresses verteidigen.
  3. FAZAudi-Chef Gernot Döllner als Trumps Wahlkampfhelfer | FAZ · DokumentIm Scheinwerferlicht einer Wahlkampfveranstaltung in Georgia kündigt Gernot Döllner, der Vorstandsvorsitzende von Audi , eine Vier-Milliarden-Dollar-Investition an und bedankt sich obendrein beim amerikanischen Präsidenten für dessen Unterstützung. Döllners Verbeugung vor Trump ist nichts anderes als politischer Flankenschutz im Endspurt der US-Midterm-Wahlen. Er bestätigt den irrlichternden Präsidenten in einer auf Erpressungsversuchen basierenden Wirtschaftspolitik: Erst wird eine Drohkulisse aufgebaut, dann werden Zölle erhoben, und am Ende lässt man sich für die mit Steuererleichterungen erkauften neuen Arbeitsplätze auf offener Bühne feiern.
  4. HandelsblattKommentar: Audi-Chef lässt sich zu Trumps Wahlkampfhelfer degradieren · DokumentEine Dreiviertelstunde Hass, Rassismus, Frauenfeindlichkeit, eine johlende Menge – und dann tritt Audi-Chef Gernot Döllner ans Rednerpult. Er ruft der angestachelten Menge zu, dass Audi im Bundesstaat Georgia ein neues Werk errichtet und über vier Milliarden Dollar dafür investiert. US-Präsident Donald Trump , der kurz zuvor seine Hasspredigt gehalten hat, lobt Döllner als den „handsome guy“ aus Germany.
  5. Süddeutsche ZeitungAudi-Chef kündigt neues Werk in den USA an – im Wahlkampf mit Trump - Wirtschaft - SZ.de · DokumentKurz vor den Midterm-Wahlen macht der Audi-Chef dem US-Präsidenten ein großes Geschenk: Vier Milliarden Dollar sollen in ein neues Werk fließen – für Donald Trump der Beweis, dass seine Zollpolitik funktioniert. In Macon in Georgia will Audi-Chef Gernot Döllner (rechts) ein neues Werk hochziehen – US-Präsident Donald Trump freut's.

Themen

Aktualisiert:

Mehr aus diesem Bereich

Aktuelle Nachrichten