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Audi-Chef Döllner tritt bei Trump-Wahlkampf auf und weist Kritik zurück

Audi-Chef Gernot Döllner hat bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump in Georgia ein geplantes Audi-Werk in den USA angekündigt. Gewerkschaften und Betriebsräte werfen ihm vor, sich für Trumps Wahlkampf einspannen zu lassen. Döllner erklärt, er sei einer Bitte gefolgt, und beruft sich auf das Interesse des Unternehmens.

2 Min. Lesezeit
Donald Trump zeigt bei einer Wahlkampfveranstaltung auf Audi-Chef Gernot Döllner, der an einem Rednerpult spricht. Symbolbild zum umstrittenen Auftritt des Audi-Chefs.
Foto: LePost

Audi-Chef Gernot Döllner ist bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Donald Trump im Bundesstaat Georgia auf die Bühne getreten. Dort machte er deutlich, dass Audi ein Werk in den USA plant. Aus dem VW-Konzernbetriebsrat und von der IG Metall kommt scharfe Kritik. Döllner weist sie zurück.

Der Auftritt fand kurz vor den Zwischenwahlen in den USA. Ein Kommentar auf tagesschau.de beschreibt die Szene auf der Bühne mit den Worten „eine herzliche Umarmung, strahlende Gesichter“.

Audi gehört zum Volkswagen-Konzern. Mit dem Werk in den USA verfolgt der Autobauer ein Vorhaben, über das nach Döllners Angaben derzeit noch verhandelt wird.

Die VW-Konzernbetriebsratschefin Cavallo äußerte sich gegenüber der Nachrichtenagentur dpa besonders deutlich. Döllner habe sich zur Marionette in Trumps Propaganda-Show machen lassen, sagte sie.

Cavallo beschrieb die Veranstaltung als „etliche Minuten voller Rassismus, Sexismus, Fremdenhass, Transphobie, Verächtlichmachung der Demokratie“. Dann trete einer der obersten Konzern-Repräsentanten Deutschlands auf die Bühne und betreibe aktive Wahlkampfhilfe.

Die IG-Metall-Vorsitzende Benner nannte Döllners Verhalten unwürdig. Er habe damit zudem die eigenen Unternehmensregeln verletzt.

Die Kritik beschränkt sich nicht auf die Arbeitnehmerseite. Auch Kommentare in deutschen Medien, die ausdrücklich Meinung sind, fallen scharf aus. Der Kommentar auf tagesschau.de fragt, ob sich ein deutscher Topmanager „einem derart umstrittenen Präsidenten so anbiedern“ sollte, „und das kurz vor den Zwischenwahlen in den USA“. Seine Antwort lautet: „Nein!“

In der FAZ heißt es in einem Kommentar, bis zu dem Wochenende hätten wohl die wenigsten Menschen Döllners Namen gekannt. Nun habe er „zweifelhafte Berühmtheit“ erlangt. Die Reaktionen in der Heimat fielen heftig aus, nicht nur Arbeitnehmervertreter fänden das Ereignis zum Fremdschämen.

Döllner hat sich inzwischen schriftlich geäußert. Er und Produktionsvorstand Gerd Walker seien nach Georgia gereist, um die Gespräche und Verhandlungen über das geplante Werk voranzubringen.

Dabei sei man gebeten worden, die Pläne gemeinsam mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten öffentlich vorzustellen. „Die Entscheidung, dieser Einladung zu folgen, haben wir ausschließlich im Interesse des Unternehmens getroffen“, erklärte Döllner.

Da die Gespräche vertraulich gewesen seien, habe man vorab nicht darüber informieren können, so Döllner.

Für Döllner war der Termin Teil der Verhandlungen über das Werk; man sei gebeten worden, die Pläne gemeinsam mit Trump vorzustellen. Cavallo sieht darin aktive Wahlkampfhilfe, Benner einen Verstoß gegen Audis eigene Regeln.

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Quellen(5)Dieser Beitrag stützt sich auf 5 unabhängige Quellen.
  1. tagesschau.deKommentar zu Audi-Chef Döllner: Politisch und menschlich ein fatales Signal | tagesschau.de · DokumentEine herzliche Umarmung, strahlende Gesichter: Audi-Chef Gernot Döllner und US-Präsident Donald Trump wirken auf der Bühne bei der Wahlkampfveranstaltung in Georgia wie enge Freunde. Sollte sich ein deutscher Topmanager einem derart umstrittenen Präsidenten so anbiedern und das kurz vor den Zwischenwahlen in den USA? Nein!
  2. FAZKritik am Audichef: Der Kniefall von Georgia26.10.2026 · 13:37 Uhr · DokumentBis zum vergangenen Wochenende kannten wohl die wenigsten Menschen den Namen des aktuellen Vorstandsvorsitzenden von Audi . Das hat sich schlagartig geändert. Durch seinen Auftritt auf einer Wahlkampfveranstaltung des amerikanischen Präsidenten Donald Trump hat Gernot Döllner zweifelhafte Berühmtheit erlangt. Die Reaktionen in der Heimat fallen heftig aus, nicht nur die Arbeitnehmervertreter finden das Ereignis zum Fremdschämen.
  3. Deutsche WelleAudi-Chef Döllner nach Auftritt mit Trump in der Kritik · DokumentDer zum Volkswagen-Konzern gehörende Autobauer Audi plant ein Werk in den USA. Das machte Audi-Chef Döllner bei einer Wahlkampfveranstaltung von US-Präsident Trump deutlich. Jetzt gibt es Kritik von mehreren Seiten.
  4. DeutschlandfunkVolkswagen-Konzern - Kritik an Audi-Chef Döllner nach Auftritt mit US-Präsident Trump26.10.2026 · 18:00 Uhr · DokumentVW-Konzernbetriebsratschefin Cavallo sagte der Nachrichtenagentur dpa, Döllner habe sich zur Marionette in Trumps Propaganda-Show machen lassen. Etliche Minuten voller Rassismus, Sexismus, Fremdenhass, Transphobie, Verächtlichmachung der Demokratie - und dann trete einer der obersten Konzern-Repräsentanten Deutschlands auf die Bühne und betreibe aktive Wahlkampfhilfe. Die IG-Metall-Vorsitzende Benner sprach von einem unwürdigen Verhalten Döllners, der damit zudem die eigenen Unternehmensregeln verletzt habe.
  5. HandelsblattAutoindustrie: Audi-Chef Döllner rechtfertigt sich für Auftritt mit Trump26.10.2026 · 17:36 Uhr · DokumentProduktionsvorstand Gerd Walker und er seien in Georgia gewesen, um die Gespräche und Verhandlungen über das geplante Werk voranzubringen. „Im Rahmen unserer Gespräche wurden wir gebeten, unsere Pläne gemeinsam mit dem Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika öffentlich vorzustellen“, schreibt Döllner. „Die Entscheidung, dieser Einladung zu folgen, haben wir ausschließlich im Interesse des Unternehmens getroffen.“ Da die Gespräche vertraulich waren, habe man zudem nicht vorab darüber informieren können.

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