Israel-Wahl: Likud stärkste Kraft, aber keine klare Mehrheit für Netanjahu
Nach der Parlamentswahl in Israel deutet sich weiterhin keine klare Mehrheit für eines der politischen Lager an. Aktuelle Hochrechnungen sehen den Likud von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu zwar als stärkste Kraft, für eine Regierungsmehrheit reicht das bisher jedoch nicht aus.

Nach Auszählung von rund 37 Prozent der Stimmen kommt das Lager Netanjahus israelischen Medien zufolge derzeit auf 57 der 120 Sitze in der Knesset. Das Bündnis um den ehemaligen Generalstabschef Gadi Eisenkot liegt nach den bisherigen Zahlen deutlich dahinter. Für eine Mehrheit sind 61 Mandate erforderlich.
Der Likud wird in den jüngsten Hochrechnungen mit 27 bis 28 Sitzen als stärkste Einzelpartei gesehen. Dahinter folgt die Mitte-Partei Yaschar von Gadi Eisenkot mit 21 Sitzen. Die Abweichung von einem Sitz zwischen einzelnen Hochrechnungen ergibt sich aus unterschiedlichen Auswertungsständen und Berechnungsmethoden. Es handelt sich weiterhin um Prognosen und Hochrechnungen, nicht um ein offizielles Endergebnis.
Sowohl Netanjahu als auch Eisenkot haben nach der Wahl Anspruch auf die Regierungsbildung erhoben. Ob eines der Lager ausreichend Unterstützung für eine Koalition erhält, dürfte sich jedoch erst nach Vorliegen des offiziellen Endergebnisses und den anschließenden Gesprächen zwischen den Parteien entscheiden.
In dieser Rechnung wird der Likud mit 28 Sitzen stärkste Partei. Dahinter folgt mit 21 Sitzen Yaschar, die Mitte-Partei Eisenkots. Der Name bedeutet auf Deutsch „Geradeaus“.
Die jüngsten Hochrechnungen vom Mittwochmorgen sehen den Likud bei 27 Sitzen, Yaschar weiter bei 21. Die Abweichung von einem Sitz ergibt sich aus den unterschiedlichen Zeitpunkten und Verfahren. Es handelt sich um Prognosen und Hochrechnungen, nicht um ein Endergebnis.
Gegenüber der vorherigen Wahl im Jahr 2022 hat das Netanjahu-Lager deutlich verloren. Es schneidet aber besser ab, als die letzten Umfragen vor der Wahl vorhergesagt hatten.
Die Opposition blieb dagegen offenbar hinter den Erwartungen zurück. Das lag vor allem an der Stärke des Likud, der auch bei dieser Knessetwahl wieder die stärkste Kraft stellt.
Für die Regierungsbildung ist damit offen, welches Lager Partner für eine Mehrheit gewinnt. Netanjahus Block liegt in den bisherigen Zahlen vorn, Eisenkots Lager erhebt den gleichen Anspruch. Im Vergleich zur Wahl 2022 verliert das rechtsreligiöse Lager um Netanjahu nach den bisherigen Zahlen an Sitzen. Gleichzeitig schneidet der Likud besser ab als in vielen Umfragen unmittelbar vor der Wahl erwartet.
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Quellen(3)
- tagesschau.deLiveblog zur Israel-Wahl: ++ Netanjahu will Regierung bilden - Eisenkot auch ++ | tagesschau.de · DokumentKein klarer Wahlsieger in Israel nach Prognosen - dennoch beansprucht sowohl das Netanjahu-Lager als auch das Bündnis um Ex-Militärchef Eisenkot die Regierungsbildung für sich. Zulegen können die arabischen Parteien.
- FAZLiveblog Nahost: Trump: Ich habe Netanjahus Aufholjagd ermöglicht | FAZ · DokumentNach Auszählung von gut 37 Prozent der Stimmen bei der Parlamentswahl in Israel hat der rechtsreligiöse Block von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu seinen Vorsprung ausgebaut. Eine klare Mehrheit erreicht er aber weiterhin nicht. Laut israelischen Medienberichten kommt Netanjahus Lager nach gegenwärtigem Stand auf 57 der 120 Sitze in der Knesset. Damit liegt es zehn Sitze vor dem Lager seines stärksten Herausforderers, des früheren Militärchefs Gadi Eisenkot. Nach dieser Prognose wurde Netanjahus Likud-Partei stärkste Kraft mit 28 Parlamentssitzen. Dahinter liegt demnach mit 21 Sitzen die Mitte-Partei Yaschar von Eisenkot.
- FAZKnessetwahl: Netanjahus Gegner könnten sich zu früh gefreut haben28.10.2026 · 06:42 Uhr · DokumentDas Netanjahu-Lager hat bei der Parlamentswahl gegenüber der vorherigen Abstimmung im Jahr 2022 zwar deutlich verloren. Aber es ist nicht so schwach, wie in den letzten Umfragen vor der Wahl prognostiziert. Die Opposition scheint dagegen hinter den Erwartungen zurückgeblieben zu sein. Das lag vor allem an der Stärke des Likuds. Den jüngsten Hochrechnungen vom Mittwochmorgen zufolge ist Netanjahus Partei auch bei dieser Knessetwahl wieder die stärkste Kraft geworden. Sie lag bei 27 Sitzen. Knapp dahinter kam Gadi Eisenkots Yaschar (Geradeaus) mit derzeit 21 Sitzen.
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