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Vance sucht per Brief Verhandlungen mit Iran, Trump widerspricht

US-Vizepräsident JD Vance soll dem iranischen Sicherheitsratschef Mohsen Resai geschrieben haben, um Gespräche über ein Ende des Konflikts auszuloten. Präsident Donald Trump bestreitet, dass es dabei um Verhandlungen ging. Das Schreiben fällt in eine Woche, in der die USA nach Angaben von Diplomaten zugleich ihre Partner in der Region auf neue Militäraktionen einstimmen.

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US-Vizepräsident JD Vance mit einer Dokumentenmappe im Vordergrund, während Donald Trump unscharf im Hintergrund zu sehen ist. Das Bild symbolisiert die widersprüchlichen Angaben zu einem möglichen Schreiben an den Iran.
Foto: LePost

US-Vizepräsident JD Vance hat nach Medienberichten einen Brief an Mohsen Resai geschickt, den Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats, um Möglichkeiten für Verhandlungen auszuloten. Präsident Donald Trump weist das zurück. Eine offizielle Bestätigung des Schreibens lag zunächst nicht vor.

Über den Inhalt des Briefes berichten Medien unter Berufung auf einen US-Beamten Folgendes: Vance betont darin, dass Verhandlungen zur Abwendung möglicher US-Angriffe Gespräche über das Atomprogramm einschließen müssten. Im Kern gehe es um die Frage, ob die Gespräche über eine Waffenruhe zwischen den USA und Iran wieder aufgenommen werden können.

Trump sei von dem Vorhaben „enthusiastic“, also begeistert, soll Vance in dem Schreiben versichert haben. Wann der Brief verschickt wurde, ist nicht bekannt. Einem weiteren Bericht zufolge enthält er Rahmenbedingungen für Verhandlungen, aber keinen konkreten Vorschlag zur Beendigung des Krieges.

Trump bestritt diese Darstellung auf Nachfrage von Reportern auf der Luftwaffenbasis Joint Base Andrews. Gefragt, ob er Vance angewiesen habe, Gespräche zu beginnen, sagte er: „Nein. Der Iran braucht Hilfe bei medizinischen Gütern.“ Es gehe im Grunde darum, Hilfslieferungen für kranke Menschen ins Land zu bringen.

Beide Darstellungen widersprechen sich. Nach Angaben des US-Beamten betrifft das Schreiben die Atomfrage und eine mögliche Waffenruhe, nach Trump medizinische Hilfsgüter. Welche stimmt, lässt sich nicht überprüfen, weil weder der Brief noch sein Wortlaut öffentlich vorliegen.

Parallel sollen Vermittler unter Führung Katars den Iran drängen, UN-Inspektoren Zugang zu den bombardierten Atomanlagen zu gewähren. Auch dazu gibt es keine offizielle Bestätigung. Die Atomanlagen sind damit das Thema, das beide Berichte verbindet: Es steht im Brief und im Vermittlungsversuch.

Aus Teheran kam am Mittwoch ein öffentliches Signal. Außenminister Abbas Araghtschi erklärte, Iran bleibe dabei, „der Diplomatie eine Chance zu geben“, während die Streitkräfte zur Verteidigung bereitstünden. Man werde den engen Kontakt zu Vermittlern fortsetzen, um Ideen zur Umsetzung des Sieben-Tage-Plans zu prüfen, „sogar innerhalb von weniger als einer Woche“. Was der Plan im Einzelnen vorsieht, geht aus der Erklärung nicht hervor.

Im Iran selbst ist der diplomatische Kurs umstritten. Am Montag empfing Teheran hochrangige Vertreter aus Saudi-Arabien, der Türkei und Pakistans zu Sicherheitsgesprächen. Hossein Schariatmadari, Chefredakteur der Zeitung Kayhan und langjähriger Vertrauter des verstorbenen obersten Führers Ali Chamenei, warnte, die Initiative könne Irans Position schwächen und den Druck auf die USA mindern. Seinen Artikel überschrieb er mit „Teheraner Gipfel: Oase oder Fata Morgana?“.

Der Zeitpunkt des Briefes ist von militärischen Überlegungen überlagert. Die US-Zwischenwahlen finden am Dienstag statt, und zuletzt wurde wiederholt diskutiert, ob die USA zusammen mit Israel danach Iran angreifen könnten. Nach Angaben zweier Diplomaten, die sich gegenüber der Nachrichtenagentur AP nur anonym äußerten, haben US-Diplomaten und Vertreter des Verteidigungsministeriums mehrere Länder im Nahen Osten aufgefordert, sich auf neue Militäraktionen vorzubereiten. Dazu zählt die Möglichkeit, dass Iran sich mit Vergeltung gegen diese Länder wehrt.

Diplomatische Sondierung und militärische Vorbereitung laufen damit gleichzeitig, und die US-Regierung äußert sich dazu widersprüchlich. Ob aus dem Briefwechsel Verhandlungen werden, hängt zunächst davon ab, wie Washington und Teheran das Schreiben öffentlich einordnen und ob die Atomfrage tatsächlich auf den Tisch kommt.

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Quellen(7)
  1. Handelsblatt (dpa)Diplomatie: Medien: Vance lotet mit Iran Chance auf Verhandlungen aus · DokumentDie US-Regierung und regionale Vermittler haben Medienberichten zufolge neue Anstrengungen für eine diplomatische Lösung des Konflikts mit dem Iran unternommen. Zum einen soll US-Vizepräsident JD Vance ein Schreiben an Mohsen Resai, Generalsekretär des iranischen Sicherheitsrats, geschickt haben, um Möglichkeiten für Verhandlungen auszuloten. Zum anderen sollen die Vermittler um Katar den Iran dazu drängen, UN-Inspektoren Zugang zu seinen bombardierten Atomanlagen zu gewähren. Offizielle Bestätigungen dafür liegen nicht vor.
  2. Handelsblatt (dpa)Diplomatie: Berichte: Neue Bewegung in Friedensbemühungen mit dem Iran · DokumentZuletzt war immer wieder diskutiert worden, dass die USA möglicherweise mit Israel nach den US-Midterms im Iran angreifen könnten. Die Zwischenwahlen finden am Dienstag statt. In dem Brief soll es dem Bericht zufolge um Rahmenbedingungen für Verhandlungen gehen, nicht um einen konkreten Vorschlag für ein Ende des Krieges. US-Präsident Donald Trump bestritt einen entsprechenden Inhalt des Briefes auf Nachfrage.
  3. DER SPIEGELIran-Konflikt: USA versuchen es mit Diplomatie – doch nach Midterms drohen neue Angriffe - DER SPIEGEL · DokumentUS-Beamte haben offenbar mehrere Länder im Nahen Osten und regionale Verbündete aufgefordert, sich auf mögliche erneute Militäraktionen gegen Iran nach den US-Zwischenwahlen in der kommenden Woche vorzubereiten. Ebenso sollten sie sich auf die Möglichkeit vorbereiten, dass Iran versuchen könnte, Vergeltungsmaßnahmen gegen sie zu ergreifen. Dies berichten laut Nachrichtenagentur AP zwei Diplomaten, die sich unter der Bedingung der Anonymität äußern wollten, da sie nicht befugt waren, sich zu den heiklen Warnungen zu äußern, die von US-Diplomaten und Vertretern des Verteidigungsministeriums übermittelt wurden.
  4. The Jerusalem PostVance to Iran security chief: 'Negotiations require discussions on nuclear issue' - report29.10.2026 · 03:32 Uhr · DokumentIn a letter to Iran ’s national security chief Mohsen Rezaei, US Vice President JD Vance stressed that negotiations to halt any potential US strikes would "require discussions on the nuclear issue,” Axios reported on Wednesday, citing a US official. The letter, which US President Donald Trump was “enthusiastic about,” according to Vance, focused on the possibility of restarting ceasefire negotiations between the US and Iran. Axios said The Wall Street Journal was the first to report it, though it is unknown when the communication was sent.
  5. Middle East EyeTrump denies directing Vance to start peace talks with Iran28.10.2026 · 22:51 Uhr · DokumentUS President Donald Trump has rejected reports that he directed Vice President JD Vance to speak to Iran in an effort to restart peace talks, saying that the communication was about medical supplies. Responding to a question from reporters at Joint Base Andrews regarding whether he had instructed Vance to initiate negotiations, he said: “No. Iran needs help with medical supplies. Basically, it’s getting supplies in to help people that are not well.” This comes after the Wall Street Journal reported that Vance had sent a letter to Iranian Security Council chief Mohsen Rezaei to request that they revive peace talks.
  6. Middle East EyeAraghchi says Iran will give diplomacy a chance but 'forces are fully prepared'28.10.2026 · 22:34 Uhr · DokumentIranian Foreign Minister Abbas Araghchi said on Wednesday that Iran will keep in close contact with intermediaries to give diplomacy a chance, even as its armed forces stand ready to defend the country. “While our brave armed forces are fully prepared to defend the country, Iran remains committed to giving diplomacy a chance to succeed,” he said in a statement. “We will continue our close and continuous communication with intermediaries to explore ideas that could implement the seven-day plan, even within a period of less than a week,” he added.
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